Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste maligne Erkrankung bei Männern in Österreich. 

Eine frühzeitige Erkennung ist essentiell, daher sollten Männer ab 40 Jahren einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zum Urologen gehen. 

Wird eine maligne Erkrankung festgestellt, wird diese im kurativen Bereich mittels radikaler Prostatektomie oder Radiatio behandelt. In beiden Fälllen ist eine umfangreiche Aufklärung und Vorbereitung auf die geplanten Maßnahmen von großer Bedeutung. 

Eine einmalige physiotherapeutische Sitzung sollte ca. 4-5 Wochen vor der geplanten Operation stattfinden. Hier wird die korrekte Aktivierung des urethralen Schließmuskels erlernt. Das Trainieren dieses Muskels bereits vor der Operation gibt einen wichtigen Startvorteil für die postoperative Therapie und hilft für eine raschere Wiedererlangung der Kontinenz und Potenz. 

Die physiotherapeutische Behandlung sollte ca. 2-3 Wochen nach der erfolgreichen Operation starten. Je nach Operationstechnik und Allgemeinzustand des Mannes wird die Therapie aufgebaut, unter strenger Einhaltung der Wundheilungsphasen. 

Wichtige Eckpfeiler der Therapie sind eine umfangreiche Befundung, die regelmäßige Durchführung von Miktionsprotokollen und ggf. PAD-Tests. In der Therapie wird dem Beckenbodentraining, der Atemtherapie, der Haltungsschulung und dem Schwellkörpertraining besondere Bedeutung geschenkt.

Auch bei einer geplanten Radiatio ist ein Beckenboden- bzw. Blasentraining von großer Bedeutung, da die Folgeschäden der Radiatio mit einer ausreichend gefüllten Blase von mindestens 350ml deutlich geringer sind.